Eine Kapelle aus Steinen der Frauenkirche
Der Pleißaer Steinkiinstler Reinhard Peter Kilies hat sein Kunstwerk Franz von Assisi gewidmet - Weihe erfolgt am 9. September
VON HEIKE HUBRICHT
Pleißa. Der eher an einen Park erin­nernde Garten von Reinhard Peter Kilies könnte einmal ein Ort wer­den, den sowohl Tier- als auch Kunstfreunde aufsuchen. Denn der Pleißaer Steinkünstler hat inmitten von Grün ein unverwechselbares Werk geschaffen: eine Franz-von-Assisi-Kapelle. Am 9. September soll sie zum Tag des offenen sakra­len Denkmals geweiht werden. Franz von Assisi (1181-1253) ist der Schutzheilige aller Tiere.
Papst Jo­hannes Paul II. ernannte ihn zum Patron des Umweltschutzes.

Reinhard P. Kilies deutet auf die halbkreisförmige, ungefähr drei Me­ter hohe Wand: „Das ist mein Hauptwerk", sagt der 6o-Jährige. „Lange Zeit habe ich über den Bau der Kapelle nachgedacht - jetzt ist sie fertig." Scheinbar ungeordnet hat er verschiedene Steine aufeinan­der getürmt. Doch es sind nicht ir­gendwelche Steine, sondern Ge­mäuerreste der alten Dresdner Frau­enkirche, die beim Wiederaufbau des Wahrzeichens der Landeshaupt­stadt nicht verwendet wurden. Bau­direktor Eberhard Burger von der Stiftung Frauenkirche hatte sie ihm zur Verfügung gestellt.
Einige Sandsteine zerschnitt Ki­lies, kreierte Kunstwerke: Mosaike und Bilder. „Aber viele waren zu schön bearbeitet, um sie zu verän­dern, oder zu groß, um sie bearbei­ten." Aus diesen Steinen entstand die Franz-von-Assisi-Kapelle. Viele wuchtete Kilies allein übereinan­der. „Für die großen Brocken brauchte ich einen Minibagger und helfende Hände." Als Altar dient das eine Tonne schwere Unterteil einer Rauchvase von einem Giebel der Frauenkirche. In den Nischen und auf der Mauerkrone fanden steiner­ne Kleinode ihren Platz. Zu jedem von ihnen kann Kilies, der früher als Reiseleiter und Dolmetscher ge­arbeitet hat, eine Geschichte erzäh­len. So von einem vielleicht 35 Kilo­gramm schweren, rötlich schim­mernden Stein mit einem eingemeißelten „T": Dieser Stein stammt aus der alten Basilika San Francesco in der italienischen Stadt Assisi. Kilies erzählt, wie ihm die Franzisikanerbrüder vom Kloster Hülfensberg im Eichfeld geholfen haben. Ebenso wie die Kirchenverwaltung und Antonio Lunghi, der Architekt der Ba­silika in Assisi (die nach einem Erd­beben wieder aufgebaut worden ist), trugen sie dazu bei, dass der Stein den Weg von Italien nach Sachsen antrat. Das „T" hat Kilies eingemeißelt. Dieses Zeichen des Segens und des Friedens zeichnete einst der Heilige Franziskus auf Häuser, Mauern und Kapellen. „Die Kapelle soll an sein Wirken
erinnern", so Kilies. Es sei ein Ort der Besinnung: „Menschen, Tiere, Pflanzen und die Umwelt sind ge­meinsam Kinder der Schöpfung, für die der Mensch eine besondere Ver­antwortung trägt und die es in Frie­den und Gerechtigkeit zu bewahren gilt." Zudem sieht der Pleißaer Künstler sein Werk als „Ort für die Trauer von Menschen, die ein Tier verloren haben."
Kilies, der selbst vier Katzen und unzählige Wildenten hat, liebt die Natur, verbringt fast jede freie Mi­nute im Freien. Er weiß aus eigener Erfahrung, wie schmerzlich es ist, sein Haustier zu verlieren. Erst vor zwei Wochen hat er seinen „Stromer" begraben. Der Kater war vier Jahre lang sein Gast gewesen. „Ich durfte ihn als einziger streicheln", so Kilies.
FRANZ-VON ASSISI-KAPELLE
Die Kapelle in Pleißa, Zum Kapellenberg 15, soll am 9. September, 14 Uhr geweiht werden. Als Gäste haben sich Limbachs OB Hans-Christian Rickauer (CDU), Kir­chenvertreter und ein Franziskanerpater angekündigt. Die Kapelle ist von April bis Dezember an jedem ersten Sonntag im Monat von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Interes­sierte können auch die Kiliessche Galerie besuchen. Eine Veranstaltung ist zum Welttierschutztag am 4. Oktober, dem Na­menstag Franz von Assisis, geplant.
Franz von Assisi
Franziskus oder auch Franz von Assisi, eigentlich Giovanni Battista Bernardone, wurde 1181/1182 im italienischen Assi­si geboren. Er versuchte streng nach dem Vorbild des Jesus von Nazaret zu leben. Franziskus gründete den Orden der Minde­ren Brüder. Er ist ein Heiliger der römisch-katholischen Kirche. Franz von Assisi starb am 3. Ok­tober 1226 an der Portiuncula-Kapelle unterhalb von Assisi.
Quelle : „Freie Presse" vom 1./2. 09. 2007
Kapelle aus Steinen der Frauenkirche wird geweiht
Ein ganz besonderes Bauwerk wird am 9. September, dem „Tag des offenen Denkmals" geweiht: Die Franz-von-Assisi-Kapelle auf dem Grundstück des Pleißaer Malers, Grafikers und Bildhauers Reinhard P. Kilies. Er hat diese aus alten, nicht mehr für den Wiederaufbau zu verwendenden, Steinen der Frauenkirche Dresden gebaut. Die Idee für den Bau hatte er schon lange, aber so richtig konkret wurde es erst im vergangenen Jahr, als er alle Steine, die auf seinem Grund­stück lagen, sortiert und vermessen hat. „Besonders die großen Steine der Kirche waren zu schade, um sie zu zerschneiden oder zu verarbeiten", erinnert er sich. Deshalb begann er wenig später mit den akribischen Planungen. Fast alle Arbeiten machte er selbst, nur für das Fundament und das Hinaufheben der großen Steine holte er sich Hilfe. Für ihn ist die Kapelle „ein überkonfessioneller Ort der Besinnung darauf, dass Menschen, Tiere und Pflanzen gemeinsam Kinder Schöpfung sind, die es in Frieden und Gerechtigkeit zu bewahren gilt". Die drei Meter hohe, halbkreisförmige Mauer be­steht aus den verschiedensten Steinen: Einige sind mit Inschriften oder Steinmetzzeichen sowie Marken der Archäologen versehen, andere bestechen durch ihre besondere Farbigkeit. Reinhard P. Kilies verwendete aber auch ganz besonders geformte Steine, wie Teile der Rauchvasen oder ein von der Feuersbrunst rot verfärbtes Teil eines Hauptpfeilers. Das I-Tüpfelchen, ein Stein von der Wirkungsstätte Franz von Assisis in Italien, wird dann erst bei der Weihe der Kapelle eingesetzt. Zur Wirkung des gesamten steinernen Kunstwerks trägt auch der weitläufige Garten mit dem der Kapelle direkt gegenüberliegenden großen Ententeich bei. Abgerundet wird alles durch die beiden Geläute links und rechts der Kapelle, die aus Steinen und stählernen Ringankern der Kuppel bestehen. Reinhard P. Kilies, der viele Jahre als Dolmetscher und Stadtführer tausende Italiener an dem Trümmerberg der Frauenkirche in Dresden vorbei­führte, ist seit 1972 als freischaffender Künstler tätig. Seine Liebe zu den Steinen der Frauenkirche ist bis heute ungebrochen. „Als Dolmetscher vermittelte ich zwischen den Menschen. Heute lasse ich Steine sprechen", sagt er von sich selbst.
Zur feierlichen Weihe der Kapelle lädt der Pleißaer Künstler um 14 Uhr auf sein Grundstück Zum Kapellenberg 15 (in Richtung Tann­mühle, Einfahrt direkt nach dem kleinen Wasserwerk). Natürlich kann an dem Tag auch sein Atelier mit den vielfältigsten Arbeiten aus Stein besichtigt werden und jeder Besucher erhält zur Erinnerung einen Stein der Frauenkirche. Mit Kaffee und selbstgebackenem Kuchen will der Künstler seine Gäste außerdem verwöhnen.
Quelle: „Stadtspiegel" vom 30. 08. 2007
 
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Franz-von-Assisi-Kapelle geweiht -
Viel zu sehen am „Tag des offenen Denkmals"
Riesen-Andrang herrschte am 9. September im sonst so idyllischen Grundstück des Pleißaer Künstlers Reinhard P. Kilies. Seine fast ausschließlich aus besonderen Steinen der Frauenkirche erbaute „Franz-von-Assisi-Kapelle" wurde feierlich geweiht. Reinhard P. Kilies freute sich sichtlich über das große Interesse an seiner Arbeit. „Ich denke, dass ich Ihnen im Namen der Bürger der gesamten Stadt ganz herzlich gratulieren und gleichzeitig Dankeschön sagen kann, dass Sie dieses Werk hier in Pleißa errichtet haben", betonte Ober­bürgermeister Dr. Hans-Christian Rickauer in seiner Ansprache. „Es ist ein künstlerischer und zutiefst menschlicher Beitrag, durch den wir daran erinnert werden, die Achtung vor der Schöpfung zu bewahren", so das Stadtoberhaupt weiter. Für ihn sei die Kapelle ein Ort der Stille, des Innehaltens und Nachdenkens mitten im Leben. Dies sei ganz im Sinne von Franz von Assisi, der erkannt und unter anderem mit seinem Sonnengesang gepredigt hatte, dass die Erde uns nur gegeben sei, um sie zu bewahren und weiterzugeben. Aus diesem Grunde freute sich der Oberbürgermeister, die herzlichen Grüße aus Italien - der Wirkungsstätte Franz von Assisis - an den Pleißaer Künstler übermitteln zu können. Nach bewegenden Worten des Pleißaer Pfarrers Stefan Müller, kam Bruder Bernhold Gebke vom Franziskanerkloster Hülfenberg zu Wort. Er sprach über Franz von Assisi, der von der evangelischen genauso wie von der katholi­schen Kirche verehrt wird, aber auch vor Moslems gepredigt hatte. Er segnete anschließend den Stein aus dem italienischen Kloster in Assisi, der an seinen Platz in der Kapelle gesetzt wurde. Für einen passenden musikalischen Rahmen sorgte der Chor der Grundschule Pleißa. Mit einem Rundgang durch das Atelier des Künstlers sowie Kaffee und Kuchen im Garten klang der Nachmittag für die zahl­reichen Gäste aus. Die Kapelle ist jeden ersten Sonntag im Monat für alle geöffnet.
An diesem „Tag des offenen Denkmals" hatte auch die „Hammer­schmiede" in der Siedlung Am Schützteich in Pleißa, die Gaststätte Stadt Wien mit der 20er-Jahre-Einrichtung, das historische Sägewerk an der Mulde in Wolkenburg, das Bauernmuseum Dürrengerbisdorf sowie zahlreiche Kirchen
der Stadt geöffnet.
Quelle: „Stadtspiegel" vom 27. 09. 2007
 
Braune Brühe beunruhigt Pleißaer
Recyclingmaterial verändert den Bach - Verunreinigtes Wasser wird abgepumpt
Von Jürgen Sorge

Pleißa. Der Pleißaer Reinhard P. Killies sorgt sich um seine Fische und Enten, die in dem Teich auf seinem Grundstück an der Straße Zum Kapellenberg leben. Denn in der vergangenen Woche beunruhigte ihn die bräunliche Fär­bung des Baches, der den Teich mit Wasser speist. Er entspringt nahe der derzeitigen Baustelle der Auto­bahn A 4 und fließt durch den Wald hinter Killies' Anwesen auf dessen Grundstück und dort in den Pleißenbach.
„Außer der Färbung war das Wasser zudem sehr basisch und schmeckte eigenartig", stellte der Pleißaer fest. „In solchen Laugen­wasser werden sich die Fische die Kiemen verätzen und sterben", be­fürchtete Killies. Bei einer Kontrolle von Mitarbeitern der Wasserbehör­de des Landkreises stellten sich die­se Befürchtungen als unbegründet heraus. Messungen an der Quelle des kleinen Waldbaches, in seinem Verlauf sowie auf Killies' Grund­stück ergaben, dass das Wasser nicht basisch angereichert und auch nicht anderweitig belastet ist.
Ursache für die offensichtlich nur zeitweilig auftretenden Belas­tungen war das in der Nähe der Au­tobahn abgelagerte Recyclingmate­rial. Dabei handelt es sich um Be­ton, der in dem alten Belag der Au­tobahn verbaut worden war. Er wird jetzt recycelt und als Unterbau für die neuen Fahrbahnen der Auto­bahn wiederverwendet.
Während der starken Regenfälle in den vergangenen Wochen wurde das Regenwasser, das mit dem Beton in Berührung kam, offensichtlich basisch angereichert. Durch diese Veränderung hat das Wasser in der benachbarten sumpfigen Wiese auch die braune Farbe angenom­men. Laut Ralf-Peter Regner, der für die Bauüberwachung in dem Auto­bahnabschnitt zuständig ist, wurde am Montagmorgen um den Lager­platz ein Graben mit einem Auffangbecken ausgehoben. Von dort werde das Regenwasser abgepumpt, sodass es nicht mehr auf die be­nachbarte Wiese gelangen könne. Damit hoffe er, in den kommenden sechs Wochen derartige Zwischen­fälle auszuschließen. Dann sei der abgelagerte Beton in die neue Fahr­bahn eingebaut.
„Montagnachmittag war das Wasser des Baches wieder klar", sag­te Killies gestern. Und der Pleißaer fügte hinzu: „Wenn es so bleibt wie jetzt, bin ich zufrieden."
Quelle: „Freie Presse" vom 117.06.2009
Kein Bier-Wasser
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